Aufschluss 5-2019 – Abstracts

Arno MÜCKE
Zum Tode unseres Ehrenmitglieds Dr. Werner Lieber

Holger ADELMANN
Beispiele hydrothermaler Gangvererzungen im Lahn-Dill-Gebiet – Erkenntnisse aus der Erzmikroskopie

Es werden aktuelle erzmikroskopische Untersuchungen ausgewählter hydrothermaler Gangvererzungen des Lahn-Dill Gebietes vorgestellt und Schlussfolgerungen hinsichtlich ihrer Genese und Altersstellung präsentiert.

Heiner FLICK, Heinz-Dieter NESBOR
Lahn-Dill-Gebiet – eine geologische Einheit im Rheinischen Schiefergebirge

Das Lahn-Dill-Gebiet ist eine Struktureinheit im südöstlichen Rheinischen Schiefergebirge, die eng mit dem ausgedehnten Bergbau auf Roteisensteinvererzungen verknüpft ist. Im Devon Teil des Schelfs des Old-Red-Kontinentes, grenzt sich das Lahn-Dill-Gebiet mit dem Einsetzen einer tonigen Sedimentation etwa zu Beginn des Mitteldevons ab.
Die Förderung basischer Schmelzen im oberen Mitteldevon führte zu Vulkanbauten, aus deren Alteration die Roteisensteinvererzungen vom Lahn-Dill-Typ entstanden. Im Weiteren entwickelten sich Korallen-Stromatoporen-Riffe, die als Lahnmarmor verarbeitet und weit gehandelt wurden. Das entstandene submarine Relief wurde durch die Sedimentation bis zum Ende des Oberdevons ausgeglichen. Mit dem Unterkarbon änderten sich die Sedimentationsbedingungen. Nach einer Hungersedimentation mit vor allem kieseligen Sedimenten sowie einer zweiten Phase des Vulkanismus erfolgte eine Flysch-Sedimentation aus Tonschiefern und Grauwacken. Diese kam von Süden her und kündete das Nahen der Variszischen Orogenese an. Damit verknüpft war eine Deckentektonik, die auf beiden Seiten des Rheischen Ozeans wurzelte.

Karl RUDI
Verwitterungslagerstätten im westlichen Vogelsberg

Im Vogelsberg ist es in der Pause zwischen Haupt- und Spätphase des Vulkanismus im Miozän bei einem subtropischen feuchten Klima zu einer tiefgreifenden Verwitterung gekommen. Hierdurch wurden Eisen und örtlich Aluminium soweit mobilisiert und wieder fixiert, dass der zersetzte Basalt als Erz für Brauneisenstein (Basalteisenstein) und Bauxit abbauwürdig war. Nachdem zumindest seit dem Mittelalter ein Lesebergbau betrieben wurde, erfolgte seit dem späten 19. Jahrhundert eine großflächige Gewinnung in Tagebaubetrieben, die bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts durchhielt. Zeugnisse dieser Tätigkeiten werden gepflegt und sind noch erlebbar.

Wolfgang E. SCHILLER
Beschreibung der Miozänen Kieselgur-Lagerstätte von Nieder-Offleiden im Vogelsberg

Der ehemalige Abbau von Kieselgur in kleinen Gruben und die seit über 100 Jahren bis heute andauernde Gewinnung von Basalt im Steinbruch am Hohenberg bei Nieder-Ofleiden erwecken seit Generationen das Interesse an den geologischen Besonderheiten dieser Vorkommen. Sowohl die biogen aus Diatomeenschalen gebildete Kieselgur als auch der Olivinbasalt waren und sind von hohem wirtschaftlichen Wert; ihre Gewinnung und der fortschreitende Abbau im Steinbruch ermöglichen zudem eine wissenschaftliche Bearbeitung der Fundstellen und liefern somit wichtige Informationen zum Verständnis für die Entwicklungsgeschichte des Vogelsberges. Kontinuierliche Beobachtungen seit Anfang der 1990er Jahre im Steinbruch von NiederOfleiden ergaben den Nachweis, dass die grossen im Basalt vorkommenden xenolithischen Störkörper überwiegend als Sinkschollen von Kieselgur Sedimenten gebildet wurden

Kerstin BÄR
Das Vulkaneum in Schotten – Vorstellung des Vogelsberg-Vulkanismus für Klein und Groß

Das Vulkaneum in Schotten bietet einen Einstieg in die vulkanische Geschichte des Vogelsbergs. Die Vermittlung erfolgt anschaulich, zum Teil auch spielerisch. Da geologische Kenntnisse nicht benötigt werden, spricht das Vulkaneum ein breites Publikum verschiedener Altersklassen an. Gleichzeitig kann es geologisch Interessierten, die schon manches über Vulkane oder den Vogelsberg wissen, neue oder weniger bekannte Aspekte zeigen. Das fachlich-didaktische Konzept hat sich im Zuge der Ausstellungsgestaltung durch Einbeziehung Ehrenamtlicher entwickelt. Sie brachten regionale Sachkenntnis und auch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse ein und setzten die Schwerpunkte auf bestimmte vulkanologische Inhalte. Einzelne Themen werden dadurch an verschiedenen Stellen in der Ausstellung mit neuen Aspekten wieder aufgenommen und viele Stationen greifen inhaltlich ineinander. Das so nebenbei „gewachsene“ Konzept wird hier erstmals schriftlich festgehalten
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