Größter Steinmeteorit Deutschlands in Blaubeuren gefunden

Ein unscheinbarerer Brocken: der Blaubeurer Steinmeteorit. Bild Gabriele Heinlein

Ein im schwäbischen Blaubeuren gefundener Steinbrocken ist der größte Steinmeteorit, der jemals in Deutschland gefunden wurde. Das Fundstück wiegt gut 30 Kilogramm und zeigt klare Merkmale eines Meteoriten. Wann dieser himmlische Brocken auf die Erde gefallen ist und woher er kam, ist bisher noch offen.

Die Erde wird immer wieder von größeren und kleineren Brocken aus dem All getroffen – auch Deutschland ist davon nicht ausgenommen. Ein 2016 über Bayern niedergegangener Meteorit oder auch große Krater wie das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken zeugen von diesem kosmischen „Bombardement“. Obwohl wahrscheinlich 90 Prozent aller im Sonnensystem kreisenden Brocken primär aus Gestein bestehen, bleiben sie nach ihrem Einschlag nur selten erhalten. Deshalb gehören nur ein Viertel der auf der Erde gefundenen Meteoriten zu den Steinmeteoriten.

Zufallsfund im Kabelgraben

Beim Ausheben eines Grabens hat ein Hausbesitzer im schwäbischen Blaubeuren 1989 den bislang größten in Deutschland entdeckten Steinmeteoriten gefunden – und 31 Jahre lang nicht gewusst, was er da eigentlich entdeckt hat. Erst kürzlich enthüllten wissenschaftliche Analysen die kosmische Herkunft des mehr als 30 Kilogramm schweren Steins, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte.

Im Januar 2020 dann weckte der Brocken doch die Neugier des Mannes und er meldete den Fund beim Institut für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei der Untersuchung einer kleinen Gesteinsprobe entdeckte DLR-Experte Dieter Heinlein eine charakteristische Struktur mit winzigen Silikatkügelchen, den sogenannten Chondren. Sie sind für Steinmeteoriten typisch.

Größter Steinmeteorit Deutschlands
„Das war das Bruchstück eines Meteoriten, da war ich mir sofort ziemlich sicher“, sagt Heinlein. „Das Fundstück hat eine Masse von 30,26 Kilogramm, was ihn als größten je in Deutschland gefundenen Steinmeteoriten ausweist.“ Am 7. Juli 2020 hat auch die Meteoritical Society diesen Meteoritenfund offiziell bestätigt. Vor dem nach seinem Fundort „Blaubeuren“ getauften Brocken war der unweit von Oldenburg gefundene Benthullen-Meteorit mit einem Gewicht von 17,25 Kilogramm der Rekordhalter.

Opfer einer kosmischen Kollision
Wann der Meteorit auf die Erde gestürzt ist und woher er kommt, ist bislang erst in Teilen aufgeschlüsselt. So legt der Verwitterungszustand nahe, dass der Brocken vor seinem Fund schon mehrere Jahrhunderte lang im Untergrund lag. Wann genau er aber einschlagen ist, versuchen Forscher zurzeit mithilfe von Isotopenanalysen zu klären. Die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

Auch wenn die Analysen der Meteoritenproben noch laufen – der Finder hat schon bestimmt, dass der größte Steinmeteorit Deutschlands künftig in einem Museum ausgestellt werden soll. Dann kann auch die Öffentlichkeit einen Blick auf diesen „Schwaben, der vom Himmel fiel“ werfen.

Quellen: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) / NTV

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