Aufschluss 2-2022 – Abstracts

VFMG
Mineral des Jahres 2022 – Der Topas – ein weltweit begehrter Edelstein

Bereits zum fünften Mal waren die Mitglieder der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V. (VFMG) zur Wahl des Minerals des Jahres aufgerufen. Dabei haben sie erstmals einen begehrten und weltweit zu findenden Edelstein gewählt – den Topas. Aus den Vorschlägen der Mitglieder hatte der VFMG-Vorstand Korund und Topas als Kandidaten für 2022 bestimmt. Mit deutlichem Vorsprung ging der Topas als Sieger ins Ziel.

Diether GRÄF
Zinn und Zinnlagerstätten

Zinn ist ein, den meisten wenig geläufiges Element und Metall. Es spielte in unserer Kulturgeschichte schon früh eine wichtige Rolle, weil mit seinem Auffinden der Übergang der Menschheit vom Kupfer- zum Bronze-Zeitalter möglich war. Und Bronze war viel härter wie Kupfer. Also ist das Zinn Legierungsbestandteil bei der Umwandlung von Kupfer in Bronze.
Das Haupt-Zinnerz ist der Kassiterit. Es ist in vielen magmatischen Gesteinen enthalten. Zur Gewinnung braucht man aus ökonomischen Gründen Erze, wo der Kassiterit angereichert ist. Dies ist der Fall bei den sog. „Zinngreisen“, wo der Gehalt bei 800 bis 8000g/t liegt. Sehr praktisch sind die sog. „Zinn-Seifen“, wo Kassiterit im Sediment stärker konzentriert ist. (bei 70% der Lagerstätten).
Klassische Zinn-Vorkommen sind in Cornwall, im Erzgebirge, Böhmen, Spanien, Portugal. Später erfolgte die Entdeckung der ZinnSeifen von Malaya, dann auch von Indonesien. Heute sind außer Indonesien, China, Myanmar, Brasilien, Bolivien die wichtigsten Lieferanten. Die Aufbereitung von Zinn-Erzen erfolgt bei den Seifen durch Waschvorgänge. Gang-Erze müssen erst gebrochen werden, was früher durch Poch-Stempel geschah, heute durch Brecher und Kugelmühlen.
Das feine Gesteinsmehl wird nach wie vor umständlich im Wasserstrom auf Stoßherden in verschiedene Stoffströme (Kassiterit-, Wolframit, Arsenkies-Fraktion) Dichte-spezifisch getrennt.
Verwendung findet das Metall bei Legierungen (auch Zinn-Figuren, Teller etc. sind zur Härte-Steigerung leicht legiert), zum Korrosionsschutz (Weißblech), Löten, zur Gewinnung von Float- bzw. Flachglas. Zinnoxid wird benötigt zur Erzeugung einer Trübung bzw. Weißfärbung von Glas und Keramik. Zinn-II-Verbindungen haben ein starkes Reduktionsvermögen und werden daher bei der Küpenfärberei sowie bei organischen Synthesen verwendet.

Erwin HEISER
Diskussionsbeitrag zum Artikel „Wann ist der Chalcedon ein Achat?“ von Peter Prüfer im Aufschluss, Ausgabe 1/2021

Mit Hilfe der Mikrobänderung lässt sich beweisen, dass in Uruguay-Achaten die Horizontal- und Randbänderung gleichzeitig entsteht. Es kann gezeigt werden, dass die Horizontalbänder manchmal zuerst oder gleichzeitig mit Randbändern entstehen.

Thomas PAWELLEK & Jens EDELMANN
Auf dem feurigen Dach Europas – Vulkanismus im Großen Kaukasus

Der Große Kaukasus erstreckt sich zwischen dem Schwarzem Meer im Westen und Kaspischem Meer im Osten über die Staatsgebiete Russlands, Georgiens und Aserbaidschans und bildet geologisch die Südostgrenze Europas. Das Gebirge ist Teil des alpidischen Gebirgssystems, dass sich vom Atlas und den Pyrenäen im Westen bis nach Indochina und Malaysia im Osten erstreckt. Im Gegensatz zu allen anderen alpidischen Gebirgen, in denen heute fast kein nennenswerter Vulkanismus mehr stattfindet, ist der Kaukasus mit dem östlich davon gelegene Elbrus-Gebirge vulkanisch noch recht aktiv. Selbst der höchste Kaukasus-Gipfel, der 5.642 m hohe Elbrus, ist ein aktiver, wenngleich derzeit ruhender Vulkan. Damit gibt es neben den viel berühmteren italienischen oder griechischen Vulkangebieten mit dem Großen Kaukasus ein weiteres Gebiet mit einer relativ hohen Konzentration an tätigen Vulkanen in Europa. Aktiver Vulkanismus ist normalerweise entweder an aktive Subduktionszonen, an Hot Spots oder an Grabenbrüche gebunden. Die Lage des kaukasischen Vulkangebietes innerhalb einer Kontinent-Kontinent-Kollisionszone ist insofern ungewöhnlich und soll daher in diesem Beitrag näher vorgestellt werden. Zwei typische Eruptionszentren dieses Vulkangebietes, der Elbrus und der Kasbek, wurden von den Autoren besucht und werden in diesem Beitrag abgehandelt. Bemerkenswert ist auch, dass sich neben dem magmatischen Vulkanismus in der Umrahmung des Großen Kaukasus die weltweit zahlreichsten und aktivsten Schlammvulkane finden, wie z.B. im Rioni-, Kura- und Südkaspi-Becken oder auf der Taman-Halbinsel. In diesem Beitrag werden stellvertretend die Ursachen für den Schlammvulkanismus im Kura- und Südkaspi-Becken dargestellt sowie einige Beispiele von Schlammvulkanen aus diesem Becken näher beschrieben.

Historisches aus dem Sammlungen unserer Mitglieder

 

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