Aufschluss 1-2020 – Abstracts

Gero MOOSLEITNER
Ein fossilreicher Horizont im Coniac des Morzger Hügels (Montforter Hügels) am Stadtrand von Salzburg

Der Morzger Hügel ist eine aus Formationen der Oberkreide aufgebaute Landschaftskuppe im Süden der Stadt Salzburg. Er ist etwa 750 m lang, 300 m breit und nur 34 m hoch. Er fällt an seiner Südseite steil ab. Im westlichen Teil dieses Abhanges ist ein ausgesprochen fossilreiches, nur 5 cm bis 8 cm mächtiges Band in die Schichten des Oberen Coniacs eingelagert. Die wissenschaftlich wenig untersuchten Fossilien dieser Kalkmergel-Sandstein-Bank (hauptsächlich Korallen, Gastropoden, Muscheln, Serpeln, Foraminiferen und Kalkalgen) werden in diesem Bericht mit Dünnschliff-Fotos vorgestellt.

Martin HÖGY & Dirk KNAUST
Sedimentstrukturen und Spurenfossilien der Eschenbach-Formation in der nördlichen Oberpfalz

Im Zuge von Bauarbeiten zur Errichtung einer Siedlung für Angehörige der US-Streitkräfte am Netzaberg westlich von Grafenwöhr, Oberpfalz, wurden große Mengen an Aushub aus den höheren Bereichen der Eschenbach-Formation gefördert. Die Gesteine dieser Schichtenfolge zeigen zahlreiche Sedimentstrukturen sowie einige Spurenfossilien, die wertvolle Hinweise auf das Paläoenvironment zur Zeit des Unteren Muschelkalkes im Gebiet der nördlichen Oberpfalz geben.
Lithologische und strukturelle Merkmale derSedimente sprechen für deren Ablagerung in fluvialen, gezeitenbeeinflussten Rinnen, sowie in von Wellenschlag geprägten Flachwasserbereichen, die über längere Zeiträume trocken fielen. Steinsalz-Kristallmarken belegen semiaride Klimabedingungen.
Die Ichnofauna ist spärlich, und nur wenige Spurenfossilien konnten gefunden und identifiziert werden. Palaeophycus cf. alternatus und Arenicolites cf. variabilis sind an einigen Schichtflächen des fluvialen Sandsteins anzutreffen. Andere Sandsteinflächen zeigen zylindrische bis spindelförmige Sedimentaggregate, die als Rhizocorallites (Cololithen) identifiziert werden können. Dolomitische Ablagerungen enthalten Rhizocorallium jenense (Festgrund) und Bohrungen (Hartgrund), die Maeandropolydora sulcans ähneln. Insgesamt gesehen kann im Einklang mit den sedimentologischen Beobachtungen ein fluvial-dominiertes Ablagerungssystem angenommen werden, das gelegentlich durch randmarine Bedingungen beeinflusst wurde. Verglichen mit der etwa
zeitgleichen Udelfangen Formation („Muschelsandstein“) im westlichen Randbereich des Beckens, wo eine reiche und diverse Ichnofauna im randmarinen Bereich dokumentiert ist (Hary 1974; Knaust et al. 2016), weist die Eschenbach-Formation im östlichen Randbereich auf vorwiegend ContinentaleAblagerungsbedingungen hin.

Karlheinz KRAUSE
Rhombenporphyr als Geschiebe

Die Arbeit beschäftigt sich mit Rhombenporphyren als Geschiebe, deren Verbreitung im
Vereisungsgebiet und deren Entstehung. Der größte bekannte Geschiebefund eines Rhombenporphyrs, entdeckt durch den Verfasser, wird vorgestellt. Außerdem werden diverse Varietäten von Rhombenporphyr-Geschieben abgebildet und beschrieben.

Karl TSCHANZ
Ein eigener Artname – „heiliger Gral“ für jeden Fossiliensammler

Es kommt nicht allzu oft vor, dass eine neue Fossilienart nach seinem Finder benannt wird. Dies ist dem Uzwiler Fossiliensammler mit dem wissenschaftlich neu beschriebenen Ammoniten oscaphites kuersteineri sp. nov. widerfahren.

Joachim von LUXBURG
Der Faltengneisl erzählt aus seinem Leben – eine geopoetische Geschichte aus den Ötztaler Alpen

Ein Großvater erzählt seiner Enkeltochter die Lebensgeschichte eines Steines und macht ihr die Entwicklungsgeschichte der Ötztaler Alpen verständlich. Er leitet sie darin an, mit all ihren Sinnen sorgfältig zu beobachten und zugleich ihr Herz für die Natur zu öffnen. So gibt er ihr Anregungen, die Schönheit des Steines wahrzunehmen.

Ellen & Eberhard ZEH
Strontian – berühmte Typlokalität im Westen Schottlands

Das Bergbaugebiet nahe des Dörfchens Strontian steht, was seine Bedeutung anlangt, an zweiter Stelle in Schottland, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass Strontian als Typlokalität des Minerals Strontianit Berühmtheit erlangte. Nach einleitenden Bemerkungen zur Geographie und Geologie des schottischen Hochlands, insbesondere des Gebietes um Strontian, wird seine Bergbaugeschichte skizziert. Bezüglich der Mineralogie werden die drei wichtigsten hier vorkommenden Mineralien – Strontianit, Brewsterit und Harmotom – kurz vorgestellt. Besondere Beachtung findet die Entdeckung des Strontianits im 18. Jahrhundert. Die einzelnen Minen werden sodann in einem Überblick dargestellt und Hinweise zu ihrer Höffigkeit gegeben. Abschließend machen die Autoren Vorschläge für Tagesexkursionen nach Morvern und Ardnamurchan für geologisch Interessierte. Für aturliebhaber wird eine Wanderung zur Fee Donald Mine durch den alten Eichenwald von Ariundle empfohlen.

Hans-Joachim ENGELHARDT
Der Fissenberg – ein sagenhafter und doch fast vergessener Aufschluss

Inmitten eiszeitlicher Ablagerungen findet sich nördlich von Peine ein Sandsteinvorkommen, das aufgrund der Seltenheit von Festgesteinen in dieser Region und hohen Härte über Jahrhunderte als Baustein genutzt wurde. Die Entstehung des Fissenbergs erklärte man sich zunächst damit, dass ein Riese einen Stein des Brockens verlor. Mit Hilfe der Fossilien konnte jedoch das Gestein dem Berrias der Unter-Kreide zugeordnet werden. Während dieser Zeit lieferten Flüsse Erosionsmaterial in ein vom Meer nahezu abgeschnittenes Becken. Bei der Versenkung bildete sich durch das Lösen instabiler Silikate reiner Quarz, so dass die Körner verwuchsen. Seine heutige Lage verdankt der Sandstein dem Aufstieg des Salzstocks Oedesse-Berkhöpen. Weit entfernt von den BerriasSandsteinen westlich und südlich von Hannover erlaubt der Fissenberg Rückschlüsse über die Verbreitung und Ausbildung dieser Fazies. Jetzt ruht der Abbau, doch lohnt sich stets ein Besuch des Landschaftsschutzgebietes.
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