Aufschluss 1-2026 – Abstracts

HOLGER G. ADELMANN
Die Carbonatite von Fuerteventura

Carbonatite sind seltene magmatische Gesteine. Sie sind stark SiO 2 untersättigt und enthalten per Definition mehr als 50% Carbonatminerale und typischerweise Anreicherungen von leichten Seltenen Erden (LREE). Carbonatite sind überwiegend als Intrusionskörper bekannt. Effusive carbonatitische Laven sind extrem selten, ein Beispiel ist der aktive Vulkan Ol Doinyo Lengai in Ostafrika. Auch kommen Carbonatite typischerweise im Kontinental-Bereich vor, das Vorkommen von Carbonatiten auf Inseln ist ebenfalls eine große Seltenheit, hier stellen das Kanarische Archipel und die südlich davon liegenden Kapverden eine Ausnahme dar. In diesem Artikel wird der Aufschluss eines Carbonatits bei Caleta de la Cruz an der Westküste Fuerteventuras mit Geländefotos und GesteinsDünnschliffen näher vorgestellt und Hinweise zum Besuch dieses Geotops gegeben. Vorhergehend erfolgt eine kurze Beschreibung von Carbonatiten im Allgemeinen, sowie die Einordnung der Carbonatite in den geologischen Gesamtkontext von Fuerteventura.

JOHANNES BAIER
Der Jusi – Ein Maar-Diatrem-Vulkan im Vulkanfeld der Schwäbischen Alb

Der Olivin-melilithitische Jusi Maar-DiatremVulkan befindet sich innerhalb des Vulkanfeldes der Schwäbischen Alb, das Teil der känozoischen Europäischen Vulkanprovinz (EVP) ist. Die Diatremfazies setzt sich im Wesentlichen aus einem Tuffit zusammen, in die eine ultrabasische Schmelze intrudierte. Auf dem Gipfel des Jusis selbst befinden sich schieferartige Mergelsedimente, die auf einen ehemaligen Maarkratersee hinweisen. In der vorliegenden Abhandlung wird die klassische Lokalität des Vulkanfeldes vorgestellt, die bereits 1825 durch Gustav SCHÜBLER beschrieben wurde.

AXEL R. BRILL
Die Riedheimer Burg, Ludwig Erb und der Riedheimer Basaltgang im Hegau

Der kleine Hegauort Riedheim südlich des Hohenstoffeln ist seit 1971 Ortsteil der Gemeinde Hilzingen bei Singen am Hohentwiel. Er hat zwei Besonderheiten zu bieten, die erst auf den zweiten Blick das besondere Interesse wecken. Es ist die in den Jahren 1976-79 restaurierte Burganlage inmitten des Ortes und der Basaltgang (Olivin-Nephelinit), der 1933 von dem Geologen Ludwig ERB (1893-1978) ausführlich beschrieben wurde. Burg, Basaltgang und der Geologe werden in diesem Artikel in einer Zusammenschau beschrieben.

MANFRED LÜTTICH
Faserige und strahligkristalline Minerale

Die meisten Minerale kommen in vielfältiger Ausbildung vor. So kann zum Beispiel Gips tafelig, säulig, nadelig, linsenförmig, spätig, körnig, faserig, schuppig und dicht vorkommen. In der Regel werden die Minerale in bestimmten Ausbildungsformen, als kompakte mikrokristalline Ausbildungen in dichten Massen oder amorph ausgebildet. Die faserige Genese bei Mineralen ist gegeben bei einer großen Anzahl von Kristallkeimen auf Primärgrundlagen und einem ausgeprägten Längenwachstum mit Integration von Zweitmineralfluiden, sowie bei einer Einkieselung von organischen Zellstrukturen.

THOMAS PAWELLEK & REINER KUNZ
Die Schwerspatlagerstätte Dreislar und ihre Mineralien

Trotz der relativ kurzen Zeit des intensiven Bergbaus von 1957-2007 hat es die Schwerspatgrube Rudolf in Dreislar unter Mineraliensammlern und in Schausammlungen zu Ruhm gebracht. V.a. die ästhetisch ansprechenden Stufen von Chalkopyrit auf Baryt mit zum Teil beachtlichen Größen von mehreren Dezimetern bis über einem Meter bilden die Glanzstücke jeder Sammlung. Weit weniger bekannt dürfte sein, dass Dreislar auch eine sehr interessante Mineralparagenese geliefert hat. Ziel des Bergbaus in Dreislar war ein hydrothermal gebildeter Barytgang, der auf Nord-Süd- und NW-SE-streichenden, postvariszischen Störungen aufsitzt. Die Mineralisation von Baryt und begleitenden Mineralien war kein einmaliger Prozess, sondern fand in mehreren Phasen statt. Insgesamt lassen sich vier Hauptmineralisationsphasen unterscheiden, die sich anhand der Ausbildung des Baryts und der Begleitmineralien voneinander abgrenzen lassen. Neben der Geologie, den Mineralisationsphasen und einem kurzen Abriss der Bergbaugeschichte von Dreislar gibt dieser Beitrag hauptsächlich einen umfassenden Überblick über das Mineralvorkommen und die Mineralparagenese von Dreislar.

VFMG
Aus den Sammlungen unserer Mitglieder

Der Autor beschreibt einen flachprismatischen, auf Arsenkies aufgewachsenen, farblosen Apatitkristall, dessen Flächen im kurz- und langwelligen Ultravioletten Licht zweifarbig fluoreszieren. Dabei umrandet blau fluoreszierendes Material einen gelb fluoreszierenden Phantomkristall, der einem eingeschlossenen Prisma zweiter Stellung und gleicher Dicke entspricht. Die blau fluoreszierenden Prismenflächen zeigen darüber hinaus ein Band von länglichen gelb fluoreszierenden Achtecken, die über schmale Bänder miteinander verbunden sind. Die Ursache dieses Phänomens wird kurz diskutiert. Zweifarbige Fluoreszenz entsteht vermutlich durch sukzessiven Einbau verschiedener aktivierender Metallionen in das Gitter des Apatits.

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