Aufschluss 4-2026 – Abstracts
ELLEN (†) & EBERHARD ZEH
Zur Bergbaugeschichte und zu bedeutenden Minen im Lake District – Mineralien sammeln damals und heute
Der Lake District in England, eine landschaftlich reizvolle Region, ist heute Nationalpark und UNESCO Weltkulturerbe. Aufgrund geologischer Gegebenheiten und einem damit verbundenen Erzreichtum bestand hier im 19. und 20. Jahrhundert ein wichtiges Bergbaugebiet mit zahlreichen Minen, die besonders Cu-, Ag-, Sn-Erze förderten. Das besondere Interesse der Sammler wurde frühzeitig geweckt, da in den Bergwerken und auf den Halden gute Mineralfunde möglich waren. Heute sind die Sammelmöglichkeiten aufgrund des Schutzstatus der Region äußerst begrenzt.
PAUL J. ANDERMATT
Gipskristalle in der Schweiz
In der Schweiz kommen rund 700 unterschiedliche Mineralien vor, im Jura nur über 100, im Mittelland gibt es noch weniger. Die Vorkommen in den Alpen sind oft spektakulärer und zahlreicher als im Jura und im Mittelland, aber es gibt Ausnahmen wie Calcit, Coelestin oder Gips. Gipskristalle erscheinen bei Bauarbeiten, in gegenwärtigen und gelegentlich noch in aufgelassenen Gips- und Kalkstein-Bergwerken sowie in weiteren Aufschlüssen. Oft sind diese Kristalle völlig durchsichtig und sehr ästhetisch. Ab und zu stößt man auch auf die begehrten Zwillinge.
RUPERT KRAUS
Mineralogie mikrobiell erzeugter Korrosionsprodukte
Bei Korrosionsschäden an stählernen Uferbefestigungsanlagen wird gelegentlich eine ungewöhnliche Mineralisation vorgefunden. Üblicherweise findet man diese weder am Stahl noch im Wasser oder im Erdreich. Beispielhaft sind kristalliner Schwefel, Sulfidminerale und Verbindungen mit zweiwertigem Eisen zu nennen.
Bei den Untersuchungen zur Schadensursache wurden zunächst mikrobiologische Testverfahren zum Nachweis von Bakterien eingesetzt und dabei Sulfid bzw. Schwefel oxidierende Bakterien (SOB) wie auch Sulfat redzierende Bakterien (SRB) gefunden. Beide leben und agieren in einem Biofilm zwischen der Stahloberfläche und dem umgebenden Medium. Dieser schützt z.B. die SRB vor atmosphärischem Sauerstoff, so dass sie ihrer besonderen Aktivität, Sulfat durch Elektronengewinnung aus dem Eisen zu Sulfid zu reduzieren, nachkommen können, wodurch letztlich die Korrosion beschleunigt wird. In der entgegen gerichteten Oxidationsreaktion können SOB in der benachbarten Lage des Biofilms freie Sulfide wieder zu Sulfat oxidieren und so eine bemerkenswerte lokale Sulfatfällung mit Gipsbildung und Kristallisation von Eisenhydroxysulfaten bewirken bzw. das erzeugte Sulfat für die SRB wieder nutzbar machen. Beide Bakterientypen leben in unmittelbarer Nachbarschaft, wodurch sie sich effektiv ergänzen können. In Folge dieses Zusammenspiels sind in unmittelbarer Umgebung der Eisenauflösung vielfältige Mineralneubildungen von Sulfaten (Jarosit, Rozenit, Karphosiderit), Karbonaten (Siderit und Calcit) sowie verschiedene Eisenhydroxide (Akaghaneit) und Eisenoxide (Maghemit) festzustellen. Bei Erzlagerstätten wird als Abbauhilfe das Auslaugen der Erzminerale unter Einsatz von gezielt ausgewählten Bakterienstämmen, welche die Metallsulfide in lösliche Sulfate aufoxidieren, eingesetzt. Durch die Lösungsvorgänge wird der Metallaustrag beschleunigt und es verbleiben ebenfalls neu gebildete Minerale.
JOHANNES BAIER
Hohenbol und Götzenbrühl – Zwei Vulkanschlote im Vulkanfeld der Schwäbischen Alb
Die Olivin-melilithitischen Maar-Diatrem-Vulkane Hohenbol und Götzenbrühl befinden sich am Rande des Vulkanfeldes der Schwäbischen Alb, das Teil der känozoischen Europäischen Vulkanprovinz (EVP) ist. Die Diatremfazies setzt sich im Wesentlichen aus chaotischen Tuffiten zusammen, in die ultrabasische Schmelzen intrudierten. Die petrographische Zusammensetzung der sedimentären Xenolithe (oberjurassische Kalke und Mergel), die sich in den chaotischen Tuffiten befinden, belegt dar -über hinaus, dass der miozäne Eruptionspunkt der Maar-Diatrem-Vulkane deutlich höher gelegen haben muss. Der Hohenbol stellt auch die Typlokalität für den Olivin-Melilithit dar (TRÖGER 1934, 1935).
HANS-PETER SCHRÖDER
Aus den Sammlungen unserer Mitglieder: Was ist das? Ein Frage an den geneigten Leser
Der Leser ist eingeladen, sich Gedanken über die Genese einer wie ein Trümmerachat aussehenden Chalcedonmandel zu machen.








